Buchbesprechung von Julian Bierwirth
http://www.krisis.org/2016/lenin-als-farce
Freitag, 30. Dezember 2016
Donnerstag, 20. Oktober 2016
Tuvia Tenenbom ■ Allein unter Amerikanern
Eine Entdeckungsreise
Die USA rühmen sich, »das Land der Freien und die Heimat der Tapferen« zu sein. Das wahre Amerika jedoch, so Tenenboms bestürzende Erkenntnis, ist weder frei noch tapfer, sondern ängstlich darauf bedacht, alle Freiheiten einzuschränken. Es ist in sich zutiefst gespalten, rassistisch und hasserfüllt. »Kann sich die Menschheit auf die USA verlassen? Ich würde es nicht tun.«
Die USA rühmen sich, »das Land der Freien und die Heimat der Tapferen« zu sein. Das wahre Amerika jedoch, so Tenenboms bestürzende Erkenntnis, ist weder frei noch tapfer, sondern ängstlich darauf bedacht, alle Freiheiten einzuschränken. Es ist in sich zutiefst gespalten, rassistisch und hasserfüllt. »Kann sich die Menschheit auf die USA verlassen? Ich würde es nicht tun.«
Heribert Prantl ■ Trotz alledem!
Europa muss man einfach lieben
Trotz des Brexit, trotz der Eurokrise, trotz des Scheiterns einer solidarischen Politik in der Flüchtlingskrise; trotz alledem – und erst recht angesichts der neuen nationalistischen Front quer durch Europa: Heribert Prantl hält ein leidenschaftliches Plädoyer für die Europäische Union als der größten Errungenschaft in der Geschichte des Kontinents. Dieses Europa, so Prantls Anliegen, soll gestärkt aus seiner Krise hervorgehen: demokratischer, sozialer, bürgernäher.
Trotz des Brexit, trotz der Eurokrise, trotz des Scheiterns einer solidarischen Politik in der Flüchtlingskrise; trotz alledem – und erst recht angesichts der neuen nationalistischen Front quer durch Europa: Heribert Prantl hält ein leidenschaftliches Plädoyer für die Europäische Union als der größten Errungenschaft in der Geschichte des Kontinents. Dieses Europa, so Prantls Anliegen, soll gestärkt aus seiner Krise hervorgehen: demokratischer, sozialer, bürgernäher.
Branko Milanovic ■ Die ungleiche Welt
Migration, das Eine Prozent und die Zukunft der Mittelschicht
Ein paar Dutzend Milliardäre verfügen über so viel Geld wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.
Von Barack Obama bis zu Thomas Piketty, die führenden Köpfe unserer Zeit sind sich einig: Ungleichheit ist eines der drängendsten Probleme der Gegenwart. Anhand neuer, haushaltsbasierter Daten zu Einkommen und Vermögen untersucht Branko Milanovic die Ursachen und Folgen differenzierter als alle anderen Forscher vor ihm. Er zeigt, dass zwar der Abstand zwischen armen und reichen Staaten geringer geworden ist, das Gefälle innerhalb einzelner Nationen jedoch dramatisch zugenommen hat.
Armut und Perspektivlosigkeit sind treibende Kräfte für internationale Migrationsbewegungen. Noch immer ist das Geburtsland eines Kindes der entscheidende Faktor für die Höhe seines zukünftigen Einkommens. Milanovic analysiert den Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Migration – und plädiert für ein radikal liberales Einwanderungsrecht. Ein aktuelles, ein engagiertes Buch, das die Art und Weise, wie wir über unsere ungleiche Welt denken, verändern wird.
Ein paar Dutzend Milliardäre verfügen über so viel Geld wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.
Von Barack Obama bis zu Thomas Piketty, die führenden Köpfe unserer Zeit sind sich einig: Ungleichheit ist eines der drängendsten Probleme der Gegenwart. Anhand neuer, haushaltsbasierter Daten zu Einkommen und Vermögen untersucht Branko Milanovic die Ursachen und Folgen differenzierter als alle anderen Forscher vor ihm. Er zeigt, dass zwar der Abstand zwischen armen und reichen Staaten geringer geworden ist, das Gefälle innerhalb einzelner Nationen jedoch dramatisch zugenommen hat.
Armut und Perspektivlosigkeit sind treibende Kräfte für internationale Migrationsbewegungen. Noch immer ist das Geburtsland eines Kindes der entscheidende Faktor für die Höhe seines zukünftigen Einkommens. Milanovic analysiert den Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Migration – und plädiert für ein radikal liberales Einwanderungsrecht. Ein aktuelles, ein engagiertes Buch, das die Art und Weise, wie wir über unsere ungleiche Welt denken, verändern wird.
Hannes Hofbauer ■ Feindbild Russland
Geschichte einer Dämonisierung. Promedia, Wien 2016. 303 Seiten, 19,90 EUR.
Dass eines Tages »die Russen kommen« würden, wenn man sie nicht aufhielt, gehörte in Westdeutschland zu den Standards der Kalte-Kriegs-Propaganda. Auch nach dem Ende der Sowjetunion besteht das Feindbild fort: Es ist seit Jahrhunderten im kollektiven Bewusstsein verankert. Diese unendliche »Geschichte einer Dämonisierung« erzählt der Wiener Publizist Hannes Hofbauer in seinem faktenreichen Buch »Feindbild Russland«. Eine Studie für das Jahr 2014 ergab, dass 90 Prozent aller Kommentare über Russland in vier deutschen Leitmedien negativ waren. Wer dagegen die Motive der russischen Politik überhaupt nur nachvollzuziehen versucht, gilt schnell als »Putin-Versteher«. In diesem Klima von Hetze und Verdummung wirkt Hofbauers Buch wohltuend, auch gelegentliche polemische Spitzen sind durchaus berechtigt. Apologetisch wird er, wenn er die Existenz eines russischen Nationalismus schlicht abstreitet: Russische »Patrioten« hätten lediglich »ein positives Gefühl zum Staat, in weiterer Folge sind es der Führer (sic!) - also Putin -, das Territorium, die Geschichte und die Kultur, zu der sich ein Patriot positiv bekennt.« Auch die Repression gegen Menschen, die anders sind - etwa LGBT-Aktivist_innen - verniedlicht er: Schließlich werde in Russland nur die »Werbung für Homosexualität« verfolgt. Hofbauers Buch könnte als eine Art Gegengift gegen die tägliche Indoktrination verstanden werden. Leider vertut er sich mitunter bei der Dosierung.
Buchbesprechung von Jens Renner
Dass eines Tages »die Russen kommen« würden, wenn man sie nicht aufhielt, gehörte in Westdeutschland zu den Standards der Kalte-Kriegs-Propaganda. Auch nach dem Ende der Sowjetunion besteht das Feindbild fort: Es ist seit Jahrhunderten im kollektiven Bewusstsein verankert. Diese unendliche »Geschichte einer Dämonisierung« erzählt der Wiener Publizist Hannes Hofbauer in seinem faktenreichen Buch »Feindbild Russland«. Eine Studie für das Jahr 2014 ergab, dass 90 Prozent aller Kommentare über Russland in vier deutschen Leitmedien negativ waren. Wer dagegen die Motive der russischen Politik überhaupt nur nachvollzuziehen versucht, gilt schnell als »Putin-Versteher«. In diesem Klima von Hetze und Verdummung wirkt Hofbauers Buch wohltuend, auch gelegentliche polemische Spitzen sind durchaus berechtigt. Apologetisch wird er, wenn er die Existenz eines russischen Nationalismus schlicht abstreitet: Russische »Patrioten« hätten lediglich »ein positives Gefühl zum Staat, in weiterer Folge sind es der Führer (sic!) - also Putin -, das Territorium, die Geschichte und die Kultur, zu der sich ein Patriot positiv bekennt.« Auch die Repression gegen Menschen, die anders sind - etwa LGBT-Aktivist_innen - verniedlicht er: Schließlich werde in Russland nur die »Werbung für Homosexualität« verfolgt. Hofbauers Buch könnte als eine Art Gegengift gegen die tägliche Indoktrination verstanden werden. Leider vertut er sich mitunter bei der Dosierung.
Buchbesprechung von Jens Renner
Sonntag, 31. Juli 2016
Kritik der Grünen Ökonomie
Buchbesprechung von Harald Welzer
http://www.sonnenseite.com/de/tipps/kritik-der-gruenen-oekonomie6095.html
http://www.sonnenseite.com/de/tipps/kritik-der-gruenen-oekonomie6095.html
Mittwoch, 30. März 2016
Sonntag, 27. März 2016
Sahra Wagenknecht ■ Reichtum ohne Gier
Buchbesprechung von Tom Strohschneider
http://www.neues-deutschland.de/artikel/1006385.abgerissener-faden.html
http://www.neues-deutschland.de/artikel/1006385.abgerissener-faden.html
Dienstag, 15. März 2016
Dienstag, 1. März 2016
Mittwoch, 17. Februar 2016
Freitag, 5. Februar 2016
Die Neuordnung des Nahen Ostens
Loretta Napoleoni
■ Die Rückkehr des Kalifats
Im Lauf des Jahres 2014 ist die Terror-Miliz "Islamischer Staat" mit brutaler Vehemenz in die öffentliche Wahrnehmung gerückt. Im Schatten der weltpolitischen Ereignisse zwischen 9/11 und Arabischem Frühling ist der IS zu einer Organisation herangewachsen, die nun im Begriff ist, die politische Landkarte des Nahen Ostens neu zu ordnen. Wie konnte es so weit kommen? Und was passiert, sollte die Expansion des Kalifats tatsächlich gelingen? In diesem hochaktuellen Buch beleuchtet die Terrorismusexpertin Loretta Napoleoni den Aufstieg des "Islamischen Staats". Was unterscheidet den IS heute grundlegend von anderen terroristischen Organisationen, allen voran al-Qaida? Klar und präzise zeigt die Autorin, welche Ereignisse insbesondere ab 2003, nach der US-Invasion im Irak, Wendepunkte markierten und welche Rolle der seit 2011 anhaltende Bürgerkrieg in Syrien spielt. Ihre markante These: Der IS verfügt mehr als jede andere bewaffnete Gruppe in der Vergangenheit über die Ressourcen und die Strategien zur dauerhaften Staatenbildung. Die mittelalterliche Brutalität, mit der der "Islamische Staat" vorgeht, und die nie gekannte mediale Selbstinszenierung, die er via die sozialen Netzwerke betreibt, sind, so Napoleoni, zwei nur scheinbar widersprüchliche Gesichter einer Organisation, die sich die dramatischen Umbrüche in der Region ebenso zunutze zu machen versteht wie die technologischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts.
Was wissen wir über den IS und was haben wir bislang völlig falsch verstanden?
■ Die Rückkehr des Kalifats
Im Lauf des Jahres 2014 ist die Terror-Miliz "Islamischer Staat" mit brutaler Vehemenz in die öffentliche Wahrnehmung gerückt. Im Schatten der weltpolitischen Ereignisse zwischen 9/11 und Arabischem Frühling ist der IS zu einer Organisation herangewachsen, die nun im Begriff ist, die politische Landkarte des Nahen Ostens neu zu ordnen. Wie konnte es so weit kommen? Und was passiert, sollte die Expansion des Kalifats tatsächlich gelingen? In diesem hochaktuellen Buch beleuchtet die Terrorismusexpertin Loretta Napoleoni den Aufstieg des "Islamischen Staats". Was unterscheidet den IS heute grundlegend von anderen terroristischen Organisationen, allen voran al-Qaida? Klar und präzise zeigt die Autorin, welche Ereignisse insbesondere ab 2003, nach der US-Invasion im Irak, Wendepunkte markierten und welche Rolle der seit 2011 anhaltende Bürgerkrieg in Syrien spielt. Ihre markante These: Der IS verfügt mehr als jede andere bewaffnete Gruppe in der Vergangenheit über die Ressourcen und die Strategien zur dauerhaften Staatenbildung. Die mittelalterliche Brutalität, mit der der "Islamische Staat" vorgeht, und die nie gekannte mediale Selbstinszenierung, die er via die sozialen Netzwerke betreibt, sind, so Napoleoni, zwei nur scheinbar widersprüchliche Gesichter einer Organisation, die sich die dramatischen Umbrüche in der Region ebenso zunutze zu machen versteht wie die technologischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts.
Was wissen wir über den IS und was haben wir bislang völlig falsch verstanden?
Abonnieren
Kommentare (Atom)