Freitag, 5. Februar 2016

Die Neuordnung des Nahen Ostens

Loretta Napoleoni
Die Rückkehr des Kalifats
Im Lauf des Jahres 2014 ist die Terror-Miliz "Islamischer Staat" mit brutaler Vehemenz in die öffentliche Wahrnehmung gerückt. Im Schatten der weltpolitischen Ereignisse zwischen 9/11 und Arabischem Frühling ist der IS zu einer Organisation herangewachsen, die nun im Begriff ist, die politische Landkarte des Nahen Ostens neu zu ordnen. Wie konnte es so weit kommen? Und was passiert, sollte die Expansion des Kalifats tatsächlich gelingen? In diesem hochaktuellen Buch beleuchtet die Terrorismusexpertin Loretta Napoleoni den Aufstieg des "Islamischen Staats". Was unterscheidet den IS heute grundlegend von anderen terroristischen Organisationen, allen voran al-Qaida? Klar und präzise zeigt die Autorin, welche Ereignisse insbesondere ab 2003, nach der US-Invasion im Irak, Wendepunkte markierten und welche Rolle der seit 2011 anhaltende Bürgerkrieg in Syrien spielt. Ihre markante These: Der IS verfügt mehr als jede andere bewaffnete Gruppe in der Vergangenheit über die Ressourcen und die Strategien zur dauerhaften Staatenbildung. Die mittelalterliche Brutalität, mit der der "Islamische Staat" vorgeht, und die nie gekannte mediale Selbstinszenierung, die er via die sozialen Netzwerke betreibt, sind, so Napoleoni, zwei nur scheinbar widersprüchliche Gesichter einer Organisation, die sich die dramatischen Umbrüche in der Region ebenso zunutze zu machen versteht wie die technologischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts.
Was wissen wir über den IS und was haben wir bislang völlig falsch verstanden?

Sonntag, 13. Dezember 2015

Fundamentalismus und Intoleranz

Hamed Abdel-Samad
Mohamed. Eine Abrechnung, 2015
Nach der „Untergang der islamischen Welt“ und „Der islamische Faschismus“ legt gbs-Beirat Hamed Abdel-Samad eine dritte wegweisende Studie zum Themenkomplex „Islam und Islamismus“ vor. Mit bewundernswerter Klarheit zeigt Abdel-Samad eines der Hauptprobleme der islamischen Welt auf, nämlich die kritiklose Verehrung „des Propheten“. Ohne Mohamed zu dämonisieren, arbeitet Abdel-Samad die Schwächen des Religionsstifters heraus, vor allem dessen „multiple Krankheiten“, die tragischerweise an weite Teile der muslimischen Community übertragen wurden: „Fatalismus, Zwangsstörung, Paranoia, Kritikunfähigkeit sowie eine Neigung zum Beleidigtsein“.
Fazit des Buchs: „Fundamentalismus und Intoleranz sind nicht eine Folge der Fehlinterpretation der Texte, sondern eine Folge ihrer Überhöhung. Die Reform des Denkens beginnt, wenn Muslime es wagen, Mohamed aus dem Käfig der Unantastbarkeit zu entlassen und ihn Mensch werden zu lassen – Mensch, der er ja immer war. Erst dann können sie selbst aus seinem/ihrem Gefängnis ausbrechen und Teil der Gegenwart werden, die nicht von Gott, sondern von den Menschen bestimmt wird!“ Ein mutiges, kluges Buch, dem man weite Verbreitung wünscht!
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-12/hamed-abdel-sama-islam-kritik-muslime-fundamentalismus/komplettansicht

Freitag, 6. November 2015

Ein politisches Manifest

Philipp Ruch
Wenn nicht wir, wer dann? Ein politisches Manifest
Flüchtlinge, die an Europas Grenzen sterben; eine Sicherheitspolitik, die auf massenhafter Datenausspähung beruht; deutsche Waffenlieferungen an autoritäre Regime – es gäbe reichlich Anlass, sich zu empören. Doch die Mehrheit unserer Gesellschaft versinkt in Lethargie und Zynismus. Wie lange schauen wir noch zu? Politik muss zurück in die Hände derer, die etwas ändern möchten. Philipp Ruch holt mit seinen öffentlichen Aktionen das politische Bewusstsein zurück ins tägliche Leben – gegen die Gleichgültigkeit, die unsere Gesellschaft um ihre lebenswerten Prinzipien bringt. Er zeigt, wie wir unser Leben wieder auf eine uneingeschränkte Menschlichkeit verpflichten können. Eine Streitschrift für alle, die jenseits von Parteipolitik oder Egozentrismus etwas bewirken wollen. Ein Aufruf zum Handeln!
http://www.randomhouse.de/Paperback/Wenn-nicht-wir-wer-dann-Ein-politisches-Manifest/Philipp-Ruch/e481916.rhd

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Aufstieg und Zerfall des Deutschen Europa

Tomasz Konicz
Aufstieg und Zerfall des Deutschen Europa
Der Ausbruch der Eurokrise markiert die Geburtsstunde des »Deutschen Europa«, in der die drückende ökonomische Überlegenheit der BRD in einen politischen Führungsanspruch umgewandelt wurde. Merkel und Schäuble bestimmten den Kurs der europäischen Krisenpolitik, die sich weitgehend an den Interessen der deutschen Exportindustrie ausrichtete. Im Buch soll die Durchsetzung dieser rücksichtslosen Politik Berlins, die Europa entlang der Verwertungsinteressen des deutschen Kapitals transformierte, ebenso beleuchtet werden wie die verheerenden sozioökonomischen Folgen dieses deutschen Dominanzstrebens in der Peripherie der Eurozone. Dieses Buch ist folglich zuallererst eine Generalabrechnung. Es ist eine Abrechnung mit einem verhängnisvollen Großmachtstreben der deutschen Funktionseliten aus Politik und Wirtschaft, das eine erstaunliche langfristige Konsistenz aufweist und auf ein altes Ziel hinarbeitet, an dessen Realisierung Deutschland bereits zwei Mal scheiterte: das Erreichen einer deutschen Hegemonie in Europa. Eine Kernthese des Buches lautet daher: Die deutschen Funktionseliten unternehmen einen dritten historischen Anlauf, um die Position einer europäischen Hegemonialmacht zu erringen – wobei dieser dritte Griff nach der Macht in Europa mit ökonomischen Mitteln und Methoden, als eine Art Wirtschaftskrieg, geführt wird.
http://www.labournet.de/politik/eu-politik/wipo-eu/buch-aufstieg-und-zerfall-des-deutschen-europa